Du hast dein Unternehmen gegründet, um etwas aufzubauen. Und heute? Heute springst du ein, wo es brennt. Du beantwortest Mails, fährst Touren, stehst im Verkauf. Damit bist du die teuerste Aushilfe, die dein Unternehmen hat.
Das ist kein Vorwurf. In kleinen Unternehmen packen alle mit an, auch die Chefin und der Chef. Aber irgendwann kippt es. Dann steckst du so tief im operativen Tagesgeschäft, dass für die eigentlichen Unternehmeraufgaben keine Zeit mehr bleibt.
Genau darum geht es in diesem Beitrag: Warum so viele Unternehmer:innen im Unternehmen arbeiten statt am Unternehmen. Was das kostet. Und wie du wieder selbst entscheidest, wann du mit anpackst.
In meiner Arbeit mit Unternehmer:innen begegnet mir dieses Muster ständig:
Alle drei sind fachlich richtig gut. Genau das ist der Haken. Wer eine Aufgabe am besten kann, macht sie schnell selbst. Und ehe man sich versieht, ist aus der Ausnahme der Normalfall geworden.
Ich nehme mich da nicht aus. Als Inhaberin der Nordic Way GmbH organisiere ich noch immer Norwegisch-Kurse und beantworte Kundenmails.
In einem Unternehmen mit sechs Mitarbeitenden ist das oft völlig in Ordnung. Wir packen eben alle mit an. Aber ich habe gemerkt: Viele dieser Aufgaben mache ich nicht mehr gern. Und jede Stunde darin fehlt mir woanders.
Also habe ich eine Assistentin eingestellt. Nicht, weil mir die Arbeit zu klein ist. Sondern weil ich weiß, dass ich mit echten Unternehmeraufgaben mehr bewirke.
Entdecke Inspiration in diesem kurzen Paper:
Der Unternehmensberater Michael E. Gerber beschreibt drei Rollen, die jede Gründerin und jeder Gründer gleichzeitig ausfüllt: die Fachkraft, die im Tagesgeschäft arbeitet, den Manager, der Abläufe organisiert, und den Unternehmer, der das Ganze weiterentwickelt (WEKA). Am Anfang ist das normal. Doch wenn das Unternehmen wächst, sollte sich der Schwerpunkt Richtung Unternehmerrolle verschieben.
In der Praxis passiert oft das Gegenteil. Die typischen Gründe:
Der Preis dafür ist hoch, auch wenn er auf keiner Rechnung steht. Jede Stunde, die du als Aushilfe arbeitest, fehlt dir für Strategie, Führung und Entscheidungen. Dein Team wartet auf Antworten. Neue Ideen bleiben in der Schublade. Und du selbst rennst im Hamsterrad, statt das Rad neu zu bauen.
Unternehmeraufgaben sind die Aufgaben, die nur du erledigen kannst. Für mich sind das vor allem drei:
Alles andere kann zumindest teilweise jemand anderes übernehmen. So kommst du Schritt für Schritt dahin:
Mal operativ einspringen darfst du natürlich weiterhin. Der Unterschied: Es ist dann eine bewusste Entscheidung und kein Dauerzustand.
Die Frage ist nicht, ob du als Unternehmer:in mit anpackst. Die Frage ist:
Wenn du ehrlich hinschaust, findest du bestimmt ein, zwei Aufgaben, die du längst abgeben könntest. Fang mit einer davon an. Jede Stunde, die du nicht mehr als Aushilfe arbeitest, gewinnst du als Unternehmerin oder Unternehmer zurück.
Welche Aufgaben machst du noch selbst, obwohl deine Zeit woanders besser eingesetzt wäre? Schreib es mir gern in die Kommentare oder per Mail.
Deine konkrete Situation fühlt sich so ähnlich und gleichzeitig anders an?
Lass uns sprechen und erhalte schon im Gespräch zwei bis drei Tipps, mit denen du dem Unternehmer-Hamsterrad ein Stück entkommst.